Baumgarten

Das ortsprägende Hotel Baumgarten in Aeschi bei Spiez aus dem Jahr 1902 wurde durch einen Neubau mit 12 Wohnungen und einem vorgelagerten Einfamilienhaus ersetzt. Die in enger Zusammenarbeit mit dem Heimatschutz und den kantonalen Behörden erarbeitete Überbauungsordnung stellte die Weichen für diesen Ersatzbau. Die Form, Stellung und Dimension des neuen Gebäudekomplexes beziehen sich auf das ehemalige Hotel Baumgarten. Die konsequente Umsetzung der Holzbauarbeiten erinnert an die Bauweise des Hotels. Es ist somit ein Bekenntnis der traditionellen Holzbauweise aus der Region, vereint mit den aktuellen bauphysikalischen Ansprüchen und zeitgemässer Architektur, welche der Holzbau bietet.

Architektonische Gestaltung

Durch die von der Strasse abgewandte Stellung des Baukörpers entstand ein grosszügiger, parkartiger Vorgarten ehemals „Baumgarten“. Dieser Bereich wurde aufgrund des Publikumverkehrs besonders sorgfältig ausgestaltet. Das Hauptvolumen entspricht weitgehend dem Vorgängerbau. Die Grundform basiert auf einem einfachen Rechteck. Es ist mit sechs Giebeln bestückt, welche durch einen Längsfirst und je zwei Querfirsten an den Längsseiten gebildet werden. Die charakteristische, gezackte Linie des Dachvorsprungs ist ein Merkmal, welches für die formale Verbindung zwischen der alten und der neuen Bebauung entscheidend ist. Der viergeschossige Holzbau ruht auf einem massiven Sockel aus Beton. Das Gebäude übernimmt so eine für das Ortsbild prägende Funktion.


Arbeitsmodell Baumgarten

Baumgarten um das Jahr 1930

Umfeld und Nutzung

Das Berner Oberland kann zu Recht als Holzbauregion bezeichnet werden. Die Umsetzung des Bauprojekts Baumgarten ist ein anschauliches Bekenntnis zu dieser wichtigen Tradition. Durch den Ersatzbau wurde dem ökonomischen Umgang mit Bauland als schwindende Ressource Rechnung getragen. Die Gebäudegeometrie ist so gestaltet, dass eine möglichst geringe Aussenklima berührte Fläche den sparsamen Einsatz von Energie garantieren. Das Gebäude wird durch eine Luft / Wasserwärmepumpe mit ökologisch nachhaltiger Wärmeenergie versorgt. Der vormals als Hotel genutzte Bau wird nun als Mehrfamilienhaus mit 12 Wohnungen und einem vorgelagerten Einfamilienhaus genutzt. Mit der Belebung des Baumgartens konnte ein wichtiger Beitrag für das Dorf Aeschi als Bestandteil der Randregion Kandertal geleistet werden. Der neue Baumgarten ist mitten im Dorf und für Menschen jeden Alters ein attraktiver Wohnort.

Holzbau

Das Treppenhaus und die Nassräume wurden über alle Geschosse in Massivbauweise erstellt. Die Steigzonen wurden konsequent und komplett in diesem Bereich untergebracht. Die Aussen- und Innenwände, sämtliche Decken sowie die Dachlandschaft, wurden als vorgefertigte Holzbau-Elemente hergestellt. Insgesamt wurden über 280 Elemente versetzt. Dies erforderte auch eine sorgfältige Planung der Logsitik. Bei den Decken entwickelte die ausführende Holzbauunternehmung ein Hohlkastensystem, bei dem die unterste Beplankung der Decken-Elemente bereits als fertige Holzuntersicht genutzt werden konnte. Diese erfüllten sowohl die Anforderungen an den Brandschutz wie auch an den Schallschutz. Die Messungen am fertig eingebauten Baukörper bestätigten die zuvor erstellten Berechnungen. Die Aussenverkleidung wurde in einheimischer, sägeroher Weisstanne ausgeführt, welche mit einer Lasur behandelt wurde um eine Vorvergrauung der Fassade zu erreichen. Der Einsatz von einheimischem Holz hat nicht nur die Aufgabe, den einheimischen Wald zu nutzen, sondern auch die Unterstützung der Wertschöpfungskette der einheimischen Holzwirtschaft. Die feinjährig gewachsene Weisstanne aus den Gebirgswäldern erfüllen die hohen Anforderungen an die Aussenverkleidung beinahe perfekt.

Baumgarten Innenausbau

Am Projekt beteiligte Parteien

Bauherrschaft
Künzi + Knutti AG, Adelboden

Architekt
Marti Architekten SIA AG, Frutigen
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Ausführung Holzarbeiten
Künzi + Knutti AG, Adelboden

Ingenieur
Indermühle Bauingenieure HTL/SIA, Thun
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